Donnerstag, 11. Juni 2015

Lernen, mit Fressattacken um zu gehen

Ich hatte noch vor drei Jahren regelmäßig Fressattacken. Ich kämpfte ewig lang dagegen an, bis mein Hirn gewann und ich mir zum Beispiel 3 Tafeln Schokolade an einem Nachmittag reinpfiff. Jeder weiß, dass Schokolade viele Kalorien, Zucker und Fett hat (ich mag nur Vollmilchschokolade oder weiße, Zarbitter mag ich nicht) und somit nicht gerade geeignet ist, wenn man abnehmen will. Zumindest nicht so viel Schokolade.
Natürlich fühlte ich mich dannach seelisch und teilweise körperlich schlecht. Seelisch, da ich ein furchtbar schlechtes Gewissen hatte und mich übelst beschimpfe. Körperlich, da mein Körper nicht immer mit den Mengen zurecht kam.

Ich hatte die Attacken mehrmals im Monat, teilweise mehrmals in der Woche. Inzwischen habe ich nur sehr selten kleine Fressattacken, die ich oft irgendwie auffangen kann.

Wer davon betroffen ist, weiß bestimmt die guten Ratschläge wie:

Reiss dich zusammen.

Iss einfach eine Gurke. Hilft auch.

Iss halt dann nur ein kleines Stück.

Trink ein Glas Wasser.

Diese Ratschläge halfen mir überhaupt gar nicht. Wenn überhaupt helfen die bei einem kleinen Heißhunger oder Appettit.

Eine Bekannte gab mir einige Tipps, wie ich daraus lernen könnte.

Statt das Verlangen lange zu unterdrücken, ihm gleich nachgeben. Bei mir ist es dann nicht mehr so ausgeufert. Ich habe dann nur noch eine Tafel verdrückt. Dannach ist es SEHR WICHTIG sich NICHT ZU BESCHIMPFEN! Natürlich kann man sich nicht dafür loben. Aber man kann zu sich sagen: OK, das war jetzt zwar nicht super gut, aber so ist es jetzt halt. Wenn ihr euch beschimpft, helft ihr euch nicht, sondern macht es dadurch noch schlimmer.
Besser ist es, zu Überlegen und sich folgende Fragen zu stellen:

Warum hatte ich die Fressattacke?

Habe ich zu wenig gegessen?

Fehlen meinem Körper wichtige Nährstoffe (Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine etc.),

Verbiete ich mir bestimmte Lebensmittel?

War ich gelangweilt?

Hatte ich Stress?

Hatte ich Sorgen und Probleme?

Am Anfang kam nur eine Antwort bei mir heraus : Weil halt! Das hilft natürlich nicht weiter. Aber dann fand ich nach einer Attacke heraus, dass ich mich zu Fettarm ernährt hatte (quasi 0 g Fett) und ich deswegen Butter etc. in mich hinein stopfte. Ich sah das als Dankbaren hinweis, und as seit dem in maßen mehr Fett - und die Attacken mit Fettfressen verschwanden.
Wenn man das nach jedem Fehlschlag macht, werden die Fressattacken immer weniger. Das dauert bei jedem mehr oder weniger lang. Ich kann euch leider nicht sagen: Wenn ihr das macht, habt ihr nach 6 Monaten keine Fressattacken mehr. Es ist ein Prozess, der nicht leicht ist und Zeit braucht.
Glaubt an euch! Ihr schafft das! Macht euch nicht fertig! Und Bitte holt euch Hilfe, wenn ihr überhaupt gar nicht zurecht kommt!

Ich hoffe, dass ich dem einen oder anderem damit helfen konnte.

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